Kreislaufwirtschaft

#CircularFriday: Vom Wirtschaften in Kreisläufen

Ressourcen sinnvoll einsetzen und damit auch Müll vermeiden – das verspricht das Konzept des Kreislaufwirtschaftens, zu dem auch die Fairmittlerei einen Beitrag leistet. Im Rahmen des Themenschwerpunkts Circular Economy setzen wir in diesem Blogbeitrag einen Schwerpunkt auf die Wirkung und die wichtigsten Handlungsfelder. Mit nützlichen Tipps für Unternehmen wollen wir anregen, ins Wirken zu kommen!

Was ist eine Kreislaufwirtschaft?

Die üblichen Wirtschaftsmodelle moderner Gesellschaften verlaufen derzeit linear. Produkte werden hergestellt, genutzt und anschließend großteils entsorgt. Funktioniert ein Produkt nicht mehr, landet es auf dem Müll. Dadurch entstehen enorme Umweltschäden. 

Um solche zu vermeiden und das Ökosystem zu fördern, wäre es wichtig, die Wegwerfgesellschaft hin zu einer “Zurückbringgesellschaft” weiterzuentwickeln.

Das Konzept der Kreislaufwirtschaft setzt genau hier an. Bei einem zirkulären Ansatz werden Materialien und Produkte so lange wie möglich repariert, wiederverwendet, aufbereitet und recycelt. Dadurch wird der Produktlebenszyklus verlängert und die Abfälle reduziert. Kurz gesagt, viele Rohstoffe werden innerhalb eines Kreislaufes wiederverwendet und recycelt, sodass am Ende kaum Abfall entsteht. Die Idee stammt aus der Natur, wo alles “Natürliche” Teil von Kreisläufen ist. Das was stirbt bleibt nicht als Müll liegen, sondern wird als Ressource für anderes weiterverwendet.

Das ultimative Ziel der Kreislaufwirtschaft ist es, einen endlosen Kreislauf herzustellen und gar keinen Abfall mehr zu produzieren. Die Produkte sollen nach Ende ihrer Lebensdauer als wiederverwendbare Ressourcen erhalten bleiben. Ganz nach dem Motto:

 

 “Die Produkte von heute werden zu den Rohstoffen der Produkte von morgen!”

 

Ursachen für die Forderungen eines Paradigmenwechsels sind die steigende Nachfrage nach Rohstoffen und die Ressourcenknappheit. Zusätzlich kommen noch die erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt (Umweltverschmutzung) im Zuge der Ressourcengewinnung dazu. 

 

Handlungsfelder 

Die Handlungsprämisse der Kreislaufwirtschaft ist die kleinstmögliche Belastung für Umwelt und den Menschen zu erreichen.

Der Schritt von einer Linear- hin zu einer Kreislaufwirtschaft ist aber kein einfacher Wechsel, sondern erfordert eine umfassende Modernisierung und Umgestaltung unserer Wirtschaft, wo alle Teile der Gesellschaft von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft bis hin zu Zivilgesellschaft mitwirken. 

Die Ellen MacArthur Foundation hat dafür ein Grundgerüst von 7 Handlungsmaximen aufgestellt:

  1. Regenerieren: Hier steht die Erhaltung unserer Ökosysteme im Mittelpunkt. Durch die Nutzung von beispielsweise erneuerbaren Energien soll die Gesundheit der Ökosysteme beibehalten werden.
  2. Teilen: Hier wird eine Art kollektiver Konsum angestrebt. Produkte sollen z.B. durch Carsharing oder Waschsalons von mehreren Nutzer*innen gebraucht werden und dadurch werden die Produktlebenszyklen verlängert.
  3. Optimieren: Hier besteht die Herausforderung der Optimierung von Produkten im Sinne deren optimalen Effizienz und Leistung. Das gilt nicht nur für das Produkt an sich, sondern ebenso für die gesamte Lieferkette, diese soll nachhaltig und kreislauforientiert gestaltet sein.
  4. Wiederverwenden: Bei diesem Punkt gilt “aus alt mach neu”. Konkret geht es hier um das Re- und Upcycling von Produkten sowie Materialien.
  5. Entmaterialisieren: Dank der Digitalisierung können heutzutage viele Produkte entmaterialisiert werden und verursachen dadurch keinen Abfall mehr. Ein klassisches Beispiel hierfür ist die Musikbranche. CDs und Kassetten gehören der Vergangenheit an und Musik wird heute primär durch verschiedenste Streamingdienste wie Spotify und iTunes gekauft und gehört. Gleiches gilt für Filme. Netflix und weitere Streamingdienste ersetzen den Kauf von klassischen DVDs und bieten zusätzlich eine riesige Auswahl an Filmen und Serien an.
  6. Austauschen: Hierbei geht es um das Austauschen von ökologisch ineffizienter Produktionsmechanismen, Geschäftsmodellen und Technologien durch kreislauforientierte Alternativen. 
  7. Reparieren: Durch das Reparieren von Produkten wird die Nutzungsdauer verlängert. Dies kann zum Beispiel in Repair Cafes umgesetzt werden.

 

BP Kreislaufwirtschaft

 

Kreislaufwirtschaft im Unternehmen, so geht’s:

Die Kreislaufwirtschaft als Lösungskonzept für Ressourcenknappheit und Müllberge wird ein immer wichtigeres Thema. Auch die EU-Kommission hat dazu bereits ein Paket aufgesetzt.

Aber welche Maßnahmen kann ich nun als Unternehmen implementieren? Hier drei gut umsetzbare Ansätze zur Umsetzung der Kreislaufwirtschaft:

  1. Implementierung von Leasing ins Geschäftsmodell: Fokussierung auf langlebige Nutzungsdauer durch Austausch von bestimmten Modulen
  2. Umstellung von Produktionsprozessen: Wiederverwendung von Ressourcen
  3. Green Product-Design: bereits bei der Konzipierung von Produkten auf die Minimierung der Materialnutzung achten

Seit  2016 tragen wir bei der Fairmittlerei zur Verlängerung von Produktlebenszyklen, zur Abfallvermeidung, der Einführung nachhaltiger Verfahren und Verhaltensweisen sowie zur Bewusstseinsbildung in diesem Bereich bei.

Für noch mehr News rund um die Kreislaufwirtschaft, besonders Akteure in Österreich und internationale Erfolge, folge uns gerne auf Instagram, Facebook oder LinkedIn.

 

Quellen: https://www.europarl.europa.eu/news/de/headlines/economy/20151201STO05603/kreislaufwirtschaft-definition-und-vorteile

https://www.circularfutures.at/themen/kreislaufwirtschaft/

https://reset.org/knowledge/denken-kreislaeufen-die-circular-economy-als-schluessel-fuer-nachhaltiges-wirtschaften-072

https://www.wwf.at/de/kreislaufwirtschaft-entwicklungen-chancen-und-strategien-fuer-oesterreichs-unternehmen

https://www.wwf.at/de/kreislaufwirtschaft-entwicklungen-chancen-und-strategien-fuer-oesterreichs-unternehmen

 

Elvira Moling

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