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Das Konzept

Das Konzept der Fairmittlerei

Die Fairmittlerei vermittelt gebrauchsfähige Non-Food Produkte, die von Industrie und Handel gespendet werden, an gemeinnützige Organisationen (NGOs). Sie fungiert somit als Schnittstelle für eine optimierte Ressourcenverteilung, die den gesamten organisatorischen Aufwand von Produktspenden abwickelt und eine Win-win-Situation für alle Beteiligten und die Umwelt herstellt.
Industrie und Handel können nicht mehr verkaufsfähige Produkte einfach und zeitsparend an die Fairmittlerei spenden, ersparen sich dadurch anfallende Lager- und Vernichtungskosten und übernehmen darüber hinaus Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt. Gemeinnützige Organisationen haben die Möglichkeit, die Spenden zu einem Bruchteil des Marktpreises zu erwerben. Die gesparten finanziellen Mittel können für die jeweiligen Organisationsziele eingesetzt werden.

Seit dem Bestehen der Fairmittlerei werden gebrauchsfähige Produkte an gemeinnützige Organisationen vermittelt. Die Fairmittlerei trägt dadurch wesentlich zur ökologischen Nachhaltigkeit bei, da diese Produkte nicht vernichtet werden, und zur Erreichung der Sustainable Development Goals, der UN.
Um sich ein genaueres Bild unserer Arbeit machen zu können, haben wir die Tätigkeiten der Fairmittlerei in einem Video zusammengefasst:

Die Hintergründe

Für uns gibt es drei wichtige Faktoren, die uns bei unserem Tun antreiben: Wir möchten (1) Müll vermeiden, damit (2) NGOs und somit Menschen helfen und (3) dadurch die Umwelt schonen.

MülltonneGebrauchsfähige Produkte auf den Müll

Täglich werden von Industrie und Handel einwandfrei gebrauchsfähige Non-Food Produkte für  den Verkauf gesperrt bzw. vernichtet. Die Gründe dafür sind vielfältig, beispielsweise falsche Etikettierung, die Unterschreitung der gesetzlichen Mindestfüllmenge, Änderungen im Layout, Restbestände von Sonderaktionen, Sortimentswechsel und vieles mehr. In Österreich können jedes Jahr rund 1.600 Tonnen (+/- 650 Tonnen) alleine an Drogerieartikeln von Herstellern nicht verkauft werden. Zusätzlich schreibt der Handel jährlich ca. 800 Tonnen (+/- 2 %) Waren im Wert von ca. 30 Millionen Euro ab (Studie Österreichisches Ökologie Institut und pulswerk, September 2017).
Die Möglichkeit des Spendens dieser Produkte an gemeinnützige Organisation (NGOs) wird seitens der Unternehmen aufgrund des hohen logistischen und auch finanziellen Aufwands oft nicht in Betracht gezogen. Durch die Lagerung und/oder Entsorgung der Produkte entstehen den Unternehmen Kosten. Die Vernichtung dieser Produkte schadet der Umwelt durch widersinnige Ressourcenverschwendung und durch unnötiges Abfallaufkommen.

HelpingHandsSoziale Bedürftigkeit und Armutsgefährdung

Für viele Menschen ist es nicht selbstverständlich, grundlegende Produkte des täglichen Bedarfs jederzeit kaufen zu können. Im Jahr 2016 waren in Österreich 14,1 % der Bevölkerung armutsgefährdet, was ca. 1,2 Millionen Menschen entspricht (Statistik Austria: Einkommen, Armut, Lebensbedingungen; 2017). In Wien sind knapp 20 % der EinwohnerInnen armutsgefährdet. Relative Armut und soziale Bedürftigkeit steigen in den letzten Jahren kontinuierlich an.
Armut ist u. a. auch ein Verteilungsproblem, sowohl von Einkommen als auch physischen Produkten. Immer mehr Menschen sind neben staatlichen Leistungen auch auf Unterstützung durch NGOs angewiesen. Diese kämpfen ihrerseits teils mit unzureichenden Budgets und Ausstattungen. Sachspenden sind ein wichtiges Mittel, die oft angespannte finanzielle Situation der Organisationen und deren KlientInnen erheblich zu verbessern.

PflänzchenDie Umwelt schonen

Die Fairmittlerei bietet eine vorteilhafte Lösung für alle Seiten an, die nicht zuletzt auch für die Umwelt positive Effekte hat! Denn Produkte werden tatsächlich verwendet und nicht ungenutzt als Abfall entsorgt.
Alle Produkte benötigen bei Herstellung, Transport und Vertrieb unterschiedlichste Rohstoffe und Energie. Teilweise sind die Transportwege sehr weit und hinterlassen einen entsprechenden Einfluss auf unsere Umwelt. Wenn die Produkte ohne Gebrauch weggeworfen werden, hat dies zusätzliche negative Auswirkung auf unsere Umwelt, ohne dass jemals irgendein Nutzen aus den Produkten generiert wurde.

 

Studien:
– Österreichisches Ökologie Institut und pulswerk “Die Fairmittlerei – verwenden statt verschwenden”; Studie, September 2017, Wien.
– Fachhochschule Oberösterreich/Campus Linz “Marktanalyse für die Fairmittlerei bezogen auf Bedarfe, Liefer- und Bestellprozesse der Endkunden”; Studie, Juni 2017, Linz.

Was genau macht die Fairmittlerei?

Die Fairmittlerei schließt die Lücke zwischen der Absicht des Spendens von Überschussware von Industrie und Handel und der tatsächlichen Weitergabe an gemeinnützige Organisationen. Die Fairmittlerei betreut ein Netzwerk an Spenderunternehmen, übernimmt, lagert und verwaltet deren überlagerte Produkte, vermittelt und liefert diese an NGOs in ganz Österreich. Es wird dadurch eine logistische und finanzielle Win-win-Situation für alle Beteiligten, vor allem auch für die Umwelt, geschaffen.

Das Konzept der Fairmittlerei

Eine der Stärken der Fairmittlerei ist ein gut ausgebautes Netzwerk an Unternehmen in ganz Österreich, die zwar Non-Food Produkte als Spenden zur Verfügung stellen möchten, für die logistische Abwicklung dieser Spenden aber keine Ressourcen haben. Der kontinuierliche Kontakt mit diesen Unternehmen sowie der stetige Ausbau des Spendernetzwerkes stellt eine wichtige Aufgabe der Fairmittlerei dar. Die Abholung und Lagerung der Produkte, Qualitätssicherung sowie die Abstimmung von Angebot und Nachfrage sind die wesentlichen Dienstleistungen der Fairmittlerei.

Gemeinnützige Organisationen (NGOs) haben die Möglichkeit, sich kostenlos bei der Fairmittlerei zu registrieren und die lagernden Produkte bequem online über einen Webshop zu bestellen und per Rechnung zu bezahlen. Die Preise der Produkte variieren je nach Produktgruppe, liegen jedoch bei ca. 20 bis 25% des üblichen Marktpreises. Die Produktpalette reicht von Wasch- und Reinigungsmittel, über Heimwerkbedarf und Büroartikel bis hin zu Elektronik und Möbeln, hängt jedoch vom jeweiligen Spendenaufkommen ab. Durch ein großes Spendernetzwerk versucht die Fairmittlerei, ein möglichst umfangreiches und beständiges Sortiment anzubieten.

Eine Studie der FH Oberösterreich in Zusammenarbeit mit der Fairmittlerei kommt zum Schluss, dass das breite Produktsortiment der Fairmittlerei eines der relevanten Alleinstellungsmerkmale darstellt. Kaum ein Handelsunternehmen verfügt über eine so breite Produktpalette. Die Lieferungen erfolgen durch herkömmliche Paketdienste und es fallen marktübliche Lieferkosten an.

Vorteile für alle Beteiligten

Die Vorteile, die durch die Dienstleistungen der Fairmittlerei entstehen, vereinen Social Impact und ökologische Nachhaltigkeit.

HelpingHandsGemeinnützige Organisationen (NGOs) haben über die Fairmittlerei die Möglichkeit, für ihren eigenen Bedarf oder für ihre KlientInnen non-food Produkte deutlich unter dem üblichen Marktpreis zu beziehen. Zudem werden Logistik und Lieferung von der Fairmittlerei organisiert. Das eingesparte Geld kann sinnvoll für die Erreichung der jeweiligen Organisationsziele eingesetzt werden.

 

Hintergrund_industrie-handelIndustrie und Handel können ihre Kosten für Lagerung und/oder Vernichtung von gebrauchsfähiger Überschussware reduzieren. Durch die Spende der jeweiligen Produkte generieren sie obendrein einen sozialen Mehrwert. Sie verstärken dadurch ihr soziales und ökologisches Engagement, was sie für ihre Geschäftsberichte und CSR-Aktivitäten nutzen können.

 

PflänzchenFür die Umwelt werden potentielle Belastungen durch die widersinnige Vernichtung von gebrauchsfähigen Produkten verringert. Zudem werden Ressourcen geschont, denn bereits produzierte Waren werden tatsächlich verwendet und nicht verschwendet!

Nachhaltige Entwicklung entsprechend der SDGs

SDG PosterIm September 2015 haben die teilnehmenden 193 Staats- und RegierungschefInnen der Welt beim UNO-Gipfel in New York einstimmig die Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung verabschiedet. Die darin enthaltenen 17 nachhaltigen Entwicklungsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) sollen für alle Menschen auf der ganzen Welt eine bessere Zukunft garantieren. Unter anderem will die internationale Staatengemeinschaft bis zum Jahr 2030 weltweit Armut beseitigen, die Gleichstellung von Frauen vorantreiben, die Gesundheitsversorgung verbessern und dem Klimawandel entgegensteuern. Ausgehend von den Forderungen des Rio+20-Gipfels zum Klimaschutz im Jahr 2012 wurden in einem globalen Planungs- und Konsultationsprozess in verschiedenen Arbeitsgruppen 17 Ziele und 169 Unterziele einer nachhaltigen Entwicklung erarbeitet, die alle Staaten und Menschen der Industrie- und Entwicklungsländer im globalen Norden und Süden zum Handeln aufruft. Das gilt für gesellschaftspolitische Ziele wie die Gleichheit der Geschlechter, eine gerechte Steuerpolitik oder die Verringerung der Ungleichheit zwischen und innerhalb der Staaten, wie für ökologisch nachhaltige Ziele wie den Schutz der Umwelt und vor allem auch den entsprechenden Umgang mit unseren Ressourcen.

Die ökonomische Entwicklung unserer Gesellschaften wurde in den vergangenen Jahrhunderten durch zahlreiche technologische Innovationen getragen, die u.a. die Ressourceneffizienz wesentlich erhöht haben. Derartige Prozesse stoßen aber durch die Begrenztheit unserer natürlichen Ressourcen und die negativen Auswirkungen der Ressourcennutzung auf unsere Umwelt und unser Klima an ihre Grenzen. Eine langfristige und nachhaltige ökonomische Entwicklung muss deshalb die ökologischen und sozialen Dimensionen von Entwicklung berücksichtigen – eine Schonung unserer endlichen Ressourcen durch eine effektivere Umverteilung und Vermeidung von Verschwendung ist ein möglicher Weg.

Im Ziel 12 der SDGs „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“ geht es u.a. konkret um die Verringerung des Abfallaufkommens durch Vermeidung, Verminderung, Wiederverwertung und Wiederverwendung, die Ermutigung von Unternehmen, nachhaltige Verfahren einzuführen, sowie die Sicherstellung, dass Menschen über Informationen und das Bewusstsein für eine nachhaltige Lebensweise verfügen. Mit ihrer Idee und deren Umsetzung unterstützt die Fairmittlerei die Sustainable Development Goals als Ganzes, insbesondere das oben erwähnte SDG 12 und leistet einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der SDGs bis zum Jahr 2030.